Bericht aus dem Ortschaftsrat Kaltbrunn der 3. öffentlichen Sitzung am Montag, 24.11.2025
Ortsvorsteher Stefan Maier eröffnet um 19:00 Uhr die Sitzung und begrüßt die Mitglieder des Ortschaftsrates Kaltbrunn sowie mehrere Bürger.
Nach Eröffnung der Verhandlung stellte der Vorsitzende fest, dass
1. zu der Verhandlung durch Ladung vom 17.11.2025 ordnungsgemäß eingeladen wurde;
2. die Tagesordnung für den öffentlichen Teil der Verhandlung am 17.11.2025 ortsüblich bekannt gemacht wurde;
3. das Gremium beschlussfähig ist, da alle Mitglieder anwesend sind.
1. Bürgerfrageviertelstunde
Von einem anwesenden Zuhörer kam die Frage auf, wie der Sachstand der Brückensanierung im Bereich des Witticher Dörfle ist. Ortsvorsteher Maier verwies darauf, dass das Thema unter TOP 7 noch zur Sprache kommen wird.
2. Vorberatung des Haushalts 2026
In den letzten Wochen wurden die Zahlen für die Haushaltsplanung 2026 berechnet und zusammengetragen. Auch wenn noch nicht alle Zahlen vorliegen, zeichnet sich ab, dass der Haushaltsausgleich, wie in vielen Kommunen, nicht erreicht werden kann.
Nach aktuellem Stand verbleibt auch nach Abzug der zahlungsunwirksamen Posten (Abschreibungen, Auflösungen) ein Zahlungsmittelbedarf. Es werden daher keine Mittel aus dem Ergebnis- Haushalt zur Finanzierung von Investitionen zur Verfügung stehen.
Folgende Einzelposten sind bislang im Ergebnishaushalt vorgesehen, die die Ortschaft Kaltbrunn betreffen:
• Feuerwehrgerätehaus Vortal: hier findet am 25.11.2025 ein Termin mit einem Dienstleister statt, um die Vorgehensweise zu besprechen. Danach werden die notwendigen Mittel in den Haushaltsplan 2026 aufgenommen.
• Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnisse für die Kläranlagen Kaltbrunn und Wittichen 20.000 €
• Unterhaltung der Kläranlagen und Abwasserpumpwerke, u.a. Wartung der Gebläse der Kläranlagen in Kaltbrunn und Wittichen, Überarbeitung des Schaltplans der Kläranlage Wittichen 12.000 €
• Sanierung eines Kanalschachtes im Vortal (Kreuzungsbereich Richtung Wittichen) 1.000 €
• Straßenunterhaltung 60.000 €
• Brückenunterhaltung 15.000 €
Zudem ist folgende Investitionsmaßnahme geplant:
• Sanierung von zwei Brücken im Heubach 55.000 €
Beratung: Bürgermeister Heinzelmann ging auch noch in der Gesamtheit auf den Haushalt der Gemeinde für das kommende Jahr ein. Trotz knapper Finanzmittel werde man versuchen, einiges an Projekten umzusetzen und durch Instandhaltung- und Ertüchtigungsmaßnahmen weiterhin solide die Infrastruktur innerhalb der Gemeinde zu unterhalten.
Die Ausführungen wurden durch das Gremium zur Kenntnis genommen. In der gemeinsamen Sitzung im Dezember soll der Haushalt dann verabschiedet werden.
Beschluss: Kenntnisnahme
3. Möglichkeiten zur Erweiterung der Bestattungsformen auf den Friedhöfen in Kaltbrunn und Wittichen
In der letzten Zeit kam aus der Bürgerschaft u. a. die Frage auf, ob und inwieweit auf den Friedhöfen Kaltbrunn und Wittichen die möglichen Bestattungsformen erweitert werden können. Derzeit können auf den Friedhöfen Wittichen und Kaltbrunn herkömmliche Erd- und Urnenbestattungen durchgeführt werden. Baumbestattungen scheiden von vorneherein aus, da diese laut Nutzungsvereinbarung der Gemeinde und der Friedwald GmbH nur im Friedwald möglich sind.
Auf dem Friedhof in Schenkenzell gibt es neben den klassischen Erd- und Urnengräbern noch die neuen Grünflächengräber (als Erd- oder Urnengräber) und die Möglichkeit, in den Urnenwänden bestattet zu werden.
Auf dem Friedhof Wittichen sind generell Grünflächengräber und Urnenwand/Stelen denkbar. Gerade der vordere Bereich in Richtung des ehemaligen Gasthauses Klösterle würde die Bedingungen für Grünflächengräber hergeben.
In Kaltbrunn bietet sich die untere Reihe Richtung Bach, die derzeit nicht mit Erdgräbern belegt werden darf, für Urnenstelen an. Grünflächengräber sind schwierig zu gestalten, da derzeit eine durchgängige freie Reihe fehlt.
Es gilt grundsätzlich zu entscheiden, ob weitere Bestattungsformen eingeführt werden sollen oder nicht. Bei einer positiven Entscheidung wird die Verwaltung überlegen und prüfen, in welchen Bereichen auf den Friedhöfen welche Bestattungsformen eingerichtet werden können. Diese werden dann wieder im Ortschaftsrat und im Gemeinderat vorgestellt.
Beratung: Anhand von Bildern des Schenkenzeller Friedhofs stellte Ortsvorsteher Maier die Grünflächengräber vor. Auch von dem Witticher und Kaltbrunner Friedhof wurde die jetzige Situation anhand aktueller Bilder gezeigt und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit Argumenten
und Möglichkeiten für eine Erweiterung der Bestattungsformen.
Auch Wortmeldungen von den Zuhörern wurden zugelassen. Auf dem Witticher Friedhof ist die Platzsituation definitiv eine andere als in Kaltbrunn. Erschwerend kommt hinzu, dass auf dem Kaltbrunner Friedhof die unterste Grabreihe Richtung Bach zwar vom Platz her gut geeignet
wäre, diese allerdings nicht mehr belegt wird, da das Grundwasser zu sehr auf die Gräber einwirkt und sich so negativ auf den Verwesungsprozess auswirkt. Das vor Jahren eingeführte Angebot der Erdurnenbestattungen wurde auch schon mehrfach in Anspruch genommen. Beim Aufstellen von Urnenwänden wurde die Möglichkeit von Urnenstelen angesprochen. Diese sind vom Platzbedarf sehr sparsam, einfach aufzustellen und es müsste keine große Kapazität vorgehalten werden, da es bereits Stelen ab 2 Urnengräbern gibt. Hierzu sei aber auch erwähnt, dass es bislang keine Anfragen nach einer Bestattung in einer Urnenwand auf den Kaltbrunner und Witticher Friedhöfen gab. Die Möglichkeit, wie sie in anderen Kommunen durchaus angeboten wird, die Urnen um einen Baum, in der Wiese oder einem Beet zu bestatten, wird aus Gründen des vorhandenen Friedwaldes auf dem Roßberg nicht angeboten.
Ein Vorschlag aus der Bevölkerung, (Urnen-) Bestattungen u.a. um einen großen Findling durchzuführen und am Stein selbst die Namen der Verstorbenen anzubringen, fand im Gremium Anklang.
Beschluss: Die Verwaltung wird damit beauftragt, mögliche Alternativen für weitere Bestattungsformen zu prüfen und vorzustellen.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig
4. Landschaftsoffenhaltung im Kaltbrunner Tal – Rückblick auf das Jahr 2025
Auch in diesem Jahr waren alle Beteiligten in der Landschaftspflege und Offenhaltung wieder vollumfänglich gefordert. Rückblickend kann gesagt werden, dass alle zusammen in unseren Tälern wieder eine sehr gute Arbeit geleistet haben. Deshalb ist es mir wichtig, allen zu danken für diese nicht selbstverständliche und oft sehr herausfordernde Arbeit, nicht zuletzt wegen der Topografie und den teilweise schwierigen örtlichen Bodenbeschaffenheiten.
Das Verhältnis zu unserem Tierhalter im Tal hat sich in diesem Jahr nicht geändert. Das Ergebnis der Beweidung sehe ich als in Ordnung an. Die Zaunpflege und die daraus resultierende Hütesicherheit hat definitiv unter dem Ausstieg der Ehrenamtlichen als Helfer gelitten. Schlussendlich liegt es aber in den Händen des Bewirtschafters, inwieweit er seine Zäune pflegt und instand hält.
Im Bereich Hinter-Kaltbrunn wird sich bei der Beweidung (bislang durch Kühe) eine Änderung ergeben. Der bisherige Bewirtschafter möchte sich von den Flächen zurückziehen. Ein potenzieller Nachfolger ist bereits gefunden und es findet zeitnah ein Termin statt, um die aktuelle Lage zu besprechen. Eine Beweidung durch Kühe soll es nicht mehr geben, sondern es ist ein Umstieg auf Ziegen geplant. Inwieweit wir uns als Dorfgemeinschaft mit einbringen und evtl. dann auch schon etwas weiter auf die Flächen u.a. im Witticher Tal vorausschauen, möchte ich frühzeitig abklären.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch gerne nochmal eine mögliche Vereinsgründung ins Spiel bringen. Darauf werde ich in der Sitzung noch näher eingehen.
Beratung: In der Sitzung berichtete Maier von dem Termin aus der Sitzungsvorlage, der in Hinter-Kaltbrunn am Vormittag des Sitzungstages stattfand. Aktuell gäbe es für eine Folgebewirtschaftung noch einiges abzuklären. Vor allem, weil der Interessent ein Großteil der Flächen gerne als Mahdfläche zur Grünfuttergewinnung nutzen würde. Ob und wie dies vonstattengehen kann, muss noch geklärt werden. Zumal die Tierbeweidung ihre Spuren hinterlassen hat und die Topografie der Flächen sowie die Zugänglichkeit nicht sonderlich gut sind.
Eine Ausweitung bzw. einen möglichen Nutzen für weitere Weideflächen an anderen Stellen im Kaltbrunner oder Witticher Tal, ist aktuell nicht vorgesehen, da der Tierbestand aufgrund der Tätigkeit im Nebenerwerb auch nicht erhöht werden soll. Sobald es neue Einwickelungen gibt, wird es eine Info geben.
Im Rahmen dieses Tagesordnungspunkts sprach der Vorsitzende auch eine schon länger gehegte Überlegung an, die umso mehr an Wichtigkeit gewonnen hat und im nächsten Frühjahr umgesetzt werden soll, nämlich die Gründung eines Vereines.
Die aktuelle lose Struktur der gegründeten „Zaunbauer“ mit ihren knapp 30 Arbeitskräften soll verfestigt werden, um sie auch zukunftsfähig zu machen. Wohl wissend, dass eine Vereinsgründung und auch das Betreiben eines solchen mit (Mehr-) Arbeit verbunden ist, sollen auch die Vorteile abgewogen werden. Sei es beispielsweise bei der Möglichkeit in bzw. an Förderprogramme zu kommen, was im losen Verbund bislang nicht möglich ist. Auch die Haftungs- und Versicherungsfrage bspw. bei Unfällen im Arbeitseinsatz oder bei beschädigtem (Fremd-) Eigentum wäre einfacher und klarer in eine Vereinsstruktur einzubringen. Auch das Übertragen in die kommende Generation sei in einer Vereinsstruktur besser zu leisten als ohne. Maier führte zudem aus, dass es sich bei dem Verein keinesfalls um einen reinen Landschaftsoffenhaltungsverein handeln soll, sondern auch die heimatliche und historische Komponente mit einfließen soll. So wäre der Gedanke dahingehend, einen gemeinnützigen „Verein zum Erhalt der Heimat- und Landschaftspflege“ zu gründen.
Ein Presseartikel soll diesbezüglich auch noch folgen, um das Thema in die Bevölkerung zu tragen. Das Gremium nahm den Vorschlag positiv auf.
5. Ertüchtigung des Klostermuseums – Sachstand zum LEADER-Projekt
Unser LEADER-Projekt im Regionalbudget, die Ertüchtigung des Klostermuseums in Wittichen, ist aktuell noch voll im Gange. Insgesamt gibt es vier Bereiche, die im Projekt abgearbeitet werden sollen:
1. Elektroarbeiten
2. Schreinerarbeiten
3. Warnmarkierungen zum Anbringen an höhenkritischen Stellen
4. Ehrenamtliche Unterstützung
Die Elektroarbeiten sind bereits abgeschlossen, die Warnmarkierungen sind da und werden noch angebracht und auch die ehrenamtliche Unterstützung wurde schon in Anspruch genommen. Aufgrund der Tatsache, dass die Arbeiten nicht alle zeitgleich durchgeführt werden konnten, habe ich eine Projektverlängerung beantragt und diese wurde auch bewilligt. Bis Ende November muss jedoch alles fertig sein, um fristgerecht den Auszahlungsantrag stellen zu können.
Zusätzlich haben sich noch einige positive Nebenentwicklungen ergeben. Nach dem Ausräumen haben sich spontan zwei Helfer bereit erklärt, den Eingangsbereich einmal komplett zu streichen und die Sockel aufgrund von Feuchtigkeitsschäden neu zu gipsen. Dann wurde aus einem zurückliegenden Auftrag der Kirche zufälligerweise auch noch die Eingangstüre neu gestrichen. Das Dachgeschoss ist bereits einmal durchgeputzt und für die ausgestellten Trachten hat sich ebenfalls jemand bereiterklärt, diese in eine ordentliche Aufstellung zu bringen.
Sobald der Schreiner mit seinem Gewerk fertig ist und die Malerarbeiten beendet sind, werden wir alles noch einmal durchputzen.
Über den Winter werde ich noch versuchen, mit einer besseren Beschriftung der ausgestellten Gegenstände zu beginnen sowie mit dem Archivar des F.F. Archiv aus Donaueschingen eine persönliche Begehung zu machen. Zudem soll außen am Museum eine Tafel angebracht werden, die neben den wichtigsten Informationen zum Museum auch die Öffnungszeiten und die Kontaktdaten, um Führungen zu buchen, enthält.
Die neue Beleuchtung ist ein toller Fortschritt und wertet das Museum richtig auf. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, können wir uns das Ganze einmal anschauen. Auch die Zusammenarbeit mit der Kirche funktioniert hervorragend.
Beratung: Ortsvorsteher Maier ging in der Sitzung nochmal kurz die Vorlage durch und bedankte sich nochmal bei allen Helfern, vor allem weil auch einige in der Sitzung anwesend waren.
6. Bekanntgaben
-keine
7. Verschiedenes, Wünsche und Anträge
• Maier bedankt sich bei allen Helfern, die im September beim Roßbergfest mitgeholfen haben. Nur durch die Vielzahl der Helfer war es überhaupt möglich, so etwas auf die Beine zu stellen. Die Resonanz der Besucher war durchweg positiv.
• Die in der Bürgerfrageviertelstunde thematisierte Brücke in der Witticher Ortsdurchfahrt, welche sich aktuell in der Sanierung befindet, wurde nochmals aufgegriffen. Der aktuelle Stand ist, dass man an einer Lösung dran ist, um die Bauarbeiten noch dieses Jahr abzuschließen. Da das aktuell mit der Ausführung beauftragte Unternehmen nicht mehr greifbar ist, wurden bereits alternative Wege gesucht, damit es zügig vorwärtsgeht.
• Ortsvorsteher Maier ging auf die Hangsicherungsmaßnahmen am Burgfelsen, sowohl im Witticher als auch im Kaltbrunner Tal ein. Er stellte den aktuellen Bauzeitenplan vor. Dieser sieht vor, dass im Januar/Februar 2026 die Ausschreibung versandt wird, im März dann die Prüfung und Auftragsvergabe folgen und der Bauzeitraum zwischen April und Ende Oktober 2026 liegen soll. Es ist auf jeden Fall mit einer Ampelregelung zu rechnen. Beabsichtigt ist, mit dem Landratsamt eng in Kontakt zu bleiben, um die Einschränkungen für die Bevölkerung und den Verkehr möglichst gering zu halten.
• Ein Ortschaftsrat brachte nochmal die im Jahr 2027 anstehende 900-Jahr-Feier von Kaltbrunn hervor. Gleichzeitig wurden einige Vorschläge gemacht, was und in welcher Ausführung das Jubiläumsjahr begangen werden kann. Bspw. könnte eine Sternwanderung durchgeführt werden, die sich rund um das Kaltbrunner Tal ausführen lässt und einen Abschluss im Bereich des Sportplatzes vorsieht. Maier pflichtete bei, dass es wichtig ist, frühzeitig mit der Planung zu beginnen.
• Eine weitere Wortmeldung bezog sich auf zwei Begebenheiten im Neubaugebiet Schulwiese. Zum einen wurde darum gebeten, den noch verfügbaren Bauplatz im Bereich des Gittermastes einmal im Jahr zu mähen. Des Weiteren wurde beanstandet, dass eine Straßenlaterne im vordersten Bereich noch ausständig sei. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, dies zu prüfen und Weiteres zu veranlassen.
• Ein Thema war noch die Beleuchtung im rechten Torbogen bei bzw. nach Veranstaltungen im Klostersaal. Dort sei es sehr dunkel und aufgrund der Sandsteintreppen bzw. der Absätze auch gefährlich zu laufen. Maier gab an, dass sich im Bereich der dortigen Toilette ein Licht befinden würde, welches allerdings einzeln schaltbar ist und nicht auf Bewegung oder mit den anderen Lampen um das Kloster angeht. Dies müsse dann bei Veranstaltungen aktiv eingeschaltet werden. Evtl. besteht die Möglichkeit, das Leuchtmittel in seiner Stärke zu erhöhen und somit eine homogenere Ausleuchtung zu erreichen.
gez. Maier
-Ortsvorsteher
