Bericht aus dem Gemeinde- und Ortschaftsrat der gemeinsamen öffentlichen Sitzung am Freitag, 17.04.2026
Bürgermeister Bernd Heinzelmann eröffnet um 15:00 Uhr die Sitzung und begrüßt die Mitglieder des Gemeinderates sowie einen Vertreter der Presse.
Nach Eröffnung der Verhandlung stellte der Vorsitzende fest, dass
1. zu der Verhandlung durch Ladung vom 10.04.2026 ordnungsgemäß eingeladen wurde;
2. die Tagesordnung für den öffentlichen Teil der Verhandlung am 10.04.2026 ortsüblich bekannt gemacht wurde;
3. das Gremium beschlussfähig ist, weil mindestens sechs Mitglieder anwesend sind.
1. Verabschiedung des Forsteinrichtungswerkes für den Gemeindewald Schenkenzell 2026 bis 2035
Für den Wald der Gemeinde ist ein periodischer Betriebsplan für einen Zeitraum von zehn Jahren aufzustellen. Darin wird der gesamte Betriebsablauf mit den langfristigen Zielsetzungen räumlich und zeitlich geordnet sowie die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes aufeinander abgestimmt und nachhaltig gesichert. Dabei wird zum einen der aktuelle Zustand des Forstbetriebs dargestellt und beurteilt. Zum anderen werden zur Umsetzung der festgelegten Ziele die Maßnahmen für die nächsten zehn Jahre geplant. Es wird u.a. festgelegt, wie viel Holz geerntet werden soll, wo welche Baumarten gepflanzt werden sollen und welche Naturschutzmaßnahmen an welchen Stellen notwendig sind. Die Ergebnisse der periodischen Betriebsplanung werden in schriftlicher Form als Forsteinrichtungswerk niedergelegt.
Beim Waldbegang und der anschließenden Präsentation mit Karlheinz Schäfer vom Regierungspräsidium Freiburg, Joachim Bea vom Forstamt des Landratsamtes Rottweil und Revierförster Philipp Schmieder werden die Ergebnisse des Forsteinrichtungswerkes erläutert.
Finanzielle Auswirkungen:
Das Forsteinrichtungswerk weist für die Jahre 2026 bis 2035 einen durchschnittlichen Überschuss von 30.000 € pro Jahr aus. Die Kosten für die Erstellung des Forsteinrichtungswerkes trägt das Land.
Beratung:
Zu Beginn der Sitzung trafen sich alle Teilnehmer am Wanderparkplatz am Friedhof in Kaltbrunn, um von dort gemeinsam den Waldbegang zu starten. Im Distrikt 5 „Winterberg“ an mehreren Stationen entlang des Kapellenbergwegs zeigte Karlheinz Schäfer im Gelände den aktuellen Zustand des Waldes und die Herausforderungen der nächsten Jahre auf und wies auf Besonderheiten vor Ort hin. Wie deutlich zu sehen war, überwiegt bei den nachwachsenden Bäumen die Fichte, die jedoch in der Entwicklung des Klimas ein deutlich höheres Risiko aufweist als Baumarten wie Tanne, Buche oder Douglasie. Zudem ist der Borkenkäfer der Fichte weiterverbreitet als bei anderen Arten. Auf einem Stück eines Weges konnten die Gemeinderäte eine Vielzahl junger Tannentriebe erkennen. Allerdings gibt es bei Tannen häufiger Verbissschäden, sodass viele davon nicht nach oben wachsen können. Daher muss der Kontakt zu den Jägern gepflegt werden, um hier in einem guten Miteinander die Wachstumschancen für die Tanne zu erhöhen. Ziel für einen zukunftsfähigen und klimabeständigen Wald muss es sein, mehr Tannen und Douglasien und auch mehr Laubbäume wie Buchen und Bergahorn zu etablieren. Grundsätzlich müssen dann auch keine Pflanzungen erfolgen, sondern die Verjüngung erfolgt allein durch die Natur. Durch gezielte Pflegemaßnahmen müssen die gewünschten Baumarten besonders hervorgehoben werden.
Herr Schäfer führte aus, dass die geplanten Einschläge in den nächsten Jahren noch moderat angesetzt wurden. Da ein höherer und älterer Baumbestand deutlich risikobehafteter ist, ist im nächsten Forsteinrichtungswerk mit höheren Hiebsätzen zu rechnen.
Im Anschluss an den Waldbegang stellte Herr Schäfer anhand einer Präsentation die Inhalte des Forsteinrichtungswerks mit den gesetzlichen Grundlagen, der Analyse des aktuellen Zustands des Gemeindewalds, den Vollzug des Forsteinrichtungswerks der letzten Periode sowie die Planungen für den Zeitraum 2026 bis 2035 vor. Im Hinblick auf die Veränderungen des Klimas sind zwar höhere Temperaturen, aber gleichbleibende Niederschlagsmengen zu erwarten. Dies erleichtert die Situation für den Gemeindewald in Schenkenzell im Vergleich zu anderen Regionen des Landes, die stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein werden. Dennoch wird das große Thema in den nächsten Jahren die Naturverjüngung sein. Daher wurden die Flächen für Verjüngungsmaßnahmen und Jungbestandspflege höher angesetzt im Vergleich zur letzten Periode.
Bürgermeister Heinzelmann dankte Herrn Schäfer für die ausführlichen Erläuterungen und die Erstellung des Forsteinrichtungswerks. Auch Herrn Bea vom Forstamt des Landratsamts und Revierförster Philipp Schmieder sprach er seinen Dank aus und hob die gute Zusammenarbeit hervor.
Beschluss:
Der Gemeinderat beschließt das Forsteinrichtungswerk für den Zeitraum 2026 bis 2035 wie vorgelegt.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig
